Was ist eine Endokarditis?

Endokarditis

Die Endokarditis, auch Herzinnenhautentzündung genannt, ist überwiegend an den Herzklappen lokalisiert, im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch ist damit eine Herzklappenentzündung gemeint.

Entzündliche Herzklappenveränderungen können entweder im akuten oder subakuten Stadium die Herklappen zerstören oder bei narbiger Defektheilung die Klappen deformieren. In beiden Fällen entstehen erworbene Herzklappenfehler. Trotz Abheilung einer Endokarditis bleibt die gesteigerte Neigung zum Rezidiv bestehen.

Herzklappenveränderung bei Endokarditis

Am Klappenrand entstehen kleine, warzenförmige Fibrinauflagerungen. Die Auflagerungen werden von Granulationsgewebe durchwachsen, dies führt zur Narbenbildung. Nach bindegewebiger Organisation führen häufig Verkalkungen zu Klappendeformationen. Das Klappengewebe kann zerstört werden, wobei diese Klappenzerstörungen nicht mehr ausheilen.

Einteilung der Endokarditis

Man unterscheidet zwischen der bakteriellen – infektiösen Endokarditis und der abakteriellen – nicht infektiösen Endokarditis.
Eine bakterielle Endokarditis entsteht im Rahmen einer Bakteriämie, Sepsis oder Pyämie, das heißt die Erreger gelangen auf dem Blutweg zu den Herzklappen, siedeln sich dort an und entfalten direkt ihre schädliche Wirkung.
Grundsätzlich können alle Erreger von Infektionskrankheiten eine bakterielle Endokarditis hervorrufen.
Eine abakterielle Endokarditis entsteht entweder im Rahmen einer Toxinämie als Folge einer Antigen-Antikörper-Reaktion oder durch Wirkung anderer toxischer Substanzen, wie zum beispiel bei Urämie oder malignen Tumoren, bei Überempfindlichkeitsreaktionen beziehungsweise auch noch aus ungeklärten Ursachen.
Je nach klinischen Verlauf unterscheidet man eine akute, subakute, chronische und rezidivierende Endokarditis. Chronisch bedeutet dabei den narbigen Defektzustand, rezivierend bedeutet einen neuerlichen Krankheitsschub.

Akute und subakute bakterielle Endokarditis

Der Schweregrad und der Verlauf der Erkrankung sind abhängig vom Wechselspiel zwischen Virulenz der Erreger und Abwehrkraft des Organismus und vom Erfolg der Therapie.
Erreger sind vor allem Streptokokken, Sraphylokokken, Enterokokken sowie grammnegative Bakterien.
Im Rahmen einer Bakterämie dringen die Bakterien zum Beispiel über den Rachen, die Zähne, die Mandeln, Nebenhöhlen, Ohr, oder Harnwege ein, siedeln sich auf den Herzklappen an und verursachen eine Gewebszerstörung. Der bakterielle Klappenherd wird nun seinerseits zu einer gefährlichen Streuquelle. Eine Bakterienabschwemmung führt zu einer Sepsis im ganzen Körper.
Als besondere Verlaufsform gilt die subakute bakterielle Endokarditis. Dabei entwickelt sich ein schleichend beginnender, schubweiser Verlauf der Erkrankung. Bei Diagnosestellung sind die Klappenzerstörungen meist schon weit fortgeschritten. Frühdiagnose und Frühtherapie sind entscheidend für den weiteren Verlauf.
Die rheumatische Endokarditis als Zweitkrankheit wird oft übersehen, da die klinischen Symptome nicht besonders auffallend und nicht sehr charakteristisch sind. Leider wird darum in manchen Fällen die Krankheit erst entdeckt, wenn sich bereits ein Herzklappenfehler ausgebildet hat.

Krankheitszeichen

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Schweißneigung
  • Appetitlosigkeit
  • Herzgeraäusche sind feststellbar
  • bei der rheumatischen Form Fieber und entzündliche Schwellungen der Gelenke
  • bei der septischen Form Fieber, Schüttelfrost
  • Zeichen einer beginnenden Herzinsuffizienz

Therapie

Behandlung der Grundkrankheit
  • meist wird auch Antibiotika verabreicht
  • sollten Arrhythmien auftreten werden Antiarrhythmika verordnet

Komplikationender bakteriellen Endokarditis

  • Defektheilung mit schweren herklappenfehlern
  • Herzklappenzerreißungen
  • Septische Embolien
  • Übergreifen der Entzündung auf das Myokard

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