Was genau ist Schüttelfrost?

Schüttelfrost

Schüttelfrost ist meist eine Begleiterscheinung des Fiebers. Dabei entsteht das Paradoxon, dass der Körper fiebrig ist, während der Kranke vor vermeintlicher Kälte zittert. Denn eigentlich ist dieses rasche Zusammenziehen und Erschlaffen der Skelettmuskulatur eine wirksame Eigenmethode des Körpers, sich vor Unterkühlung durch das Muskelzittern zu schützen. Denn wie jede Muskelarbeit erzeugt auch der Schüttelfrost Wärme.

Der Schüttelfrost als Begleiter des Fiebers

Schüttelfrost ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer nur ein Begleitsymptom, meist bei einer fiebrigen Erkrankung wie Grippe oder Lungenentzündung.

In den Körper eingedrungene Erreger aktivieren das körpereigene Immunsystem. Spezielle Botenstoffe, Pyrogene, lösen dabei im Gehirn eine Fieberreaktion aus. Dort sitzt das „Wärmekontrollzentrum“ des Körpers, der Hypothalamus, der dafür sorgt, dass im Körper eine konstante „Betriebstemperatur“ von knapp 37°C herrscht. Im Falle einer Infektion setzt er ein Maßnahmebündel in Gang, um die Körpertemperatur anzuheizen: Der Stoffwechsel wird beschleunigt, die Durchblutung in der Körperperipherie gedrosselt und der Schüttelfrost in Gang gesetzt. Schüttelfrost dauert immer nur einige Minuten. Ist die höhere Temperatur erreicht, dann stoppt der Schüttelfrost. Schüttelfrost kann man im Übrigen nicht durch seinen Willen beeinflussen, er „geschieht“ einfach, initiiert durch den Hypothalamus.

Ziel der erhöhten Temperatur ist, die Infektionserreger zu schwächen oder abzutöten, da diese an die normale Körpertemperatur angepasst sind.

Die Krankheit hinter dem Schüttelfrost

Hinter dem Schüttelfrost versteckt sich eine Erkrankung, die es herauszufinden gilt.
Dabei ist dringend von Eigendiagnosen und Selbstmedikation abzuraten. Auch der beliebte Wadenwickel ist bei Schüttelfrost absolut kontraproduktiv. Denn der Körper will ja gerade Wärme (Fieber) erzeugen, um die eingedrungenen Krankheitserreger zu bekämpfen.

Der Arzt wird zunächst im Gespräch nach den bisherigen Schüttelfrost-Schüben fragen, nach weiteren Beschwerden (Husten, Schnupfen), aber auch nach Fernreisen. Dadurch will er ausschließen, dass es sich ggf. um eine eingeschleppte Erkrankung wie Malaria handelt. Tropische Krankheiten werden seit einigen Jahren nach Deutschland eingeschleppt, vor allem durch den Ferntourismus in Verbindung mit ungenügendem Impfschutz. Eine anschließende körperliche Untersuchung auf Hinweise (Temperatur, Lymphknoten, Lunge) kann durch eine Blutuntersuchung und weitere diagnostische Maßnahme (Röntgen, Urin etc.) komplettiert werden. Steht die Diagnose fest, so kann der Arzt geeignete Therapiemaßnahmen einleiten.

Die Therapie gegen die Grunderkrankung

Handelt es sich bei der Grunderkrankung etwa um einen grippalen Infekt, so kann ein Antibiotikum indiziert sein, alternativ dazu ein homöopathisches Heilmittel. Bleibt das Fieber unterhalb der 40°C-Marke, so ist eine Fieber senkende Therapie bei einem ansonsten gesunden Erwachsenen selten angezeigt. Im Gegenteil, eine Schwitzkur kann die Gesundung des Organismus beschleunigen. Ausnahmen sind dabei Kinder und Ältere, deren Immunsystem noch nicht voll ausgereift bzw. bereits geschwächt ist. Hier sollten alle Maßnahmen unter ärztlicher Anweisung und Kontrolle erfolgen. Bei allen drei Patientengruppen ist eine ausreichende und kontinuierliche Flüssigkeitszufuhr ein wichtiger Teil der unterstützenden Pflegemaßnahmen durch Eltern oder Partner.

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