Ebola – Auch für Deutschland eine Gefahr?

Ebolagefahr in Deutschland (Quelle: Bigstock-ID-69564133-by-trans961)

Aktuell sorgt das Ebola Fieber für erschreckende Nachrichten. In Afrika sind bereits Tausende Menschen dem Virus erlegen. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika melden nunmehr einen ersten Krankheitsfall. Welche Gefahren bestehen somit für Deutschland – ist der Ausbruch einer Seuche hierzulande denkbar? Mit welchen Schritten kann das verhindert werden?

Was ist das Ebola Fieber?

Unter der Bezeichnung wird eine Krankheit verstanden, die auf einer Virusinfektion beruht. Der dafür notwendige Erreger ist ausschließlich in den tropischen Regionen Asiens und Afrikas beheimatet – jeder Ausbruch besitzt folglich dort seinen Ursprung. In dem feucht-warmen Klima wird das Ebolavirus hauptsächlich durch Fledermäuse übertragen. Diese Tiere selbst sind gegen die Erkrankung immun, können daran also weder sterben, noch in der Gesundheit beeinträchtigt werden. Anders gestaltet sich die Lage aber für Menschen und andere Tiere, die mit ihnen in Kontakt kommen – entweder durch Bisse, eine Berührung oder das Verzehren des Fleisches der Flughunde. In diesem Falle tritt der Erreger vom Wirt auf ein anderes Lebewesen über. Die Verbreitung einer solchen Epidemie lässt sich daher nur schwerlich kontrollieren, viele vorbeugende Maßnahmen erweisen sich oftmals als nutzlos. Erst der Mensch kann unter Mithilfe der modernen Medizin und der Forschung dem Ausbruch ein Ende bereiten – doch selbst das gelingt nicht immer.

Folgt dem Ebola Fieber eine Epidemie?

Das Ebolavirus galt als weitgehend bekämpft. Nur wenige ernsthafte Erkrankungen wurden in den letzten Jahren verzeichnet. In der westlichen Welt schien ein Ausbruch beinahe unmöglich. Die vergangenen Wochen indes bestätigen das Gegenteil. Alleine auf dem afrikanischen Kontinent sollen zuletzt rund 3.000 Menschen dem Leiden zum Opfer gefallen sein. Die Zahl klingt dramatisch und ist sie auch – dennoch kann sie ausschließlich in Bezug zu den oft mangelhaften hygienischen und medizinischen Bedingungen in dem Ausbruchsland gedeutet werden. Die Ansteckungsgefahr in den meisten Nationen ist daher nicht zwingend angewachsen. Und doch, ein aktueller Fall erregt eine weitreichende Besorgnis: Ein US-amerikanischer Bürger flog Ende September aus Afrika in seine Heimat. Dort angekommen, brach der Erreger aus, mit dem sich der Mann offenbar bei seinem Aufenthalt auf dem fernen Kontinent unbemerkt infiziert hatte. Ist von ihm – dem sogenannten Patienten Null – nun also ein Übertritt des Fiebers auf andere Bürger möglich? Droht der Menschheit eine neue Seuche?

Wie überträgt sich das Ebola Fieber unter Menschen?

Die vorgenannten Übertragungsarten unter Tieren unterscheiden sich von jenen unter Menschen. Ist eine Person mit dem Virus infiziert, so kann sie diesen grundsätzlich durch alle Körperflüssigkeiten verbreiten: Urin, Blut, Sperma, Schweiß, Speichel oder die Sekrete aus Nasen und Ohren sind somit in der Lage, einen Mitmenschen zu infizieren. Zu denken wäre hierbei etwa an die nicht gewaschenen Hände nach dem Toilettengang, eine Berührung des schwitzenden Körpers während des Sportes oder die Versorgung einer blutenden Wunde ohne Einsatz schützender Handschuhe. Allerdings muss ein weiteres Kriterium erfüllt sein: Der Virus kann erst dann übertragen werden, wenn die Krankheit bei der ersten Person bereits ausgebrochen ist. Trägt diese lediglich den Erreger im Organismus, ohne jedoch psychische und physische Beeinträchtigungen zu spüren, so ist ein Übertragen nicht möglich. Leidet sie aber bereits unter den Symptomen, sollte der Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden.

Welche Anzeichen deuten auf das Ebola Fieber?

Der Virus benötigt zwischen sieben Tagen und drei Wochen, um von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit zu reifen. In diesem Stadium ist er zunächst nur schwer erkennbar. Anschließend, also mit dem Ende der maximal 21-tägigen Frist, setzen sich allerdings typische Symptome durch. Diese liegen in einer allgemeinen Schwäche und Müdigkeit, verstärkten Problemen der Verdauung, dem Drang des Erbrechens und des Durchfalls, erheblichen Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem steigenden Fieber. Der Betroffene ist regelmäßig bettlägerig, wird also weder einer geregelten Arbeit noch sonstigen Aktivitäten nachgehen können. Die Anzeichen der Krankheit deuten zuweilen auf eine starke Grippe – sollten aber spätestens dann genauer identifizierbar sein, wenn die erkrankte Person unmittelbar vor Ausbruch der Symptome ein zentralafrikanisches oder ein südostasiatisches Land bereist hat. In diesem Falle grenzen sich die Auswahlmöglichkeiten auf das Malariafieber sowie die Ebolaerkrankung ein. Dem Tropenmediziner ist eine genaue Diagnose indes möglich.

Wie sieht eine mögliche Behandlung gegen das Ebola Fieber aus?

Kommt es zu einem Ausbruch der genannten Symptome, so wird der Betroffene unverzüglich auf die Isolierstation einer fachlich spezialisierten Klinik gebracht. Meist handelt es sich dabei um Krankenhäuser mit einer eigenen Tropenabteilung. Hier werden derartige Viren seit Jahrzehnten erforscht. Aus den Untersuchungen sind in der Vergangenheit zahlreiche Medikamente entstanden, die je nach Schwere des Einzelfalls verabreicht werden können. Allerdings ändert das zunächst einmal wenig daran, dass das Ebola Fieber grundsätzlich tödlich verlaufen kann. Eine schnelle und kompetente medizinische Hilfe ist daher alternativlos. Je eher der Arzt auf die Symptome hingewiesen wird, desto rascher kann er eingreifen. Wer also bis zu 21 Tage vor dem Auftreten der Krankheitsanzeichen auf dem asiatischen oder afrikanischen Kontinent gewesen ist, sollte im Notfall diesen Umstand den Sanitätern mitteilen, um damit eine sofortige Einleitung der erforderlichen Schritte zu gewährleisten – und das eigene Leben zu retten.

Stellt das Ebola Fieber in Deutschland eine Gefahr dar?

Nahezu alle deutschen Großstädte besitzen in ihren Universitätskliniken die bereits erwähnten Tropenabteilungen sowie die notwendigen Isolierstationen – ein Privileg, das für weite Teile Afrikas nicht bejaht werden kann. Daraus folgt bereits, dass das Auftreten eines Ebolafalles hierzulande nicht automatisch mit einer Epidemie gleichzusetzen wäre. Die medizinische Hilfe kann auf höchstem Niveau stattfinden. Zudem ist davon auszugehen, dass die hygienischen Bedingungen in Deutschland eine solche Gefahr minimieren. Der Einsatz von Seifen, Reinigern oder Spülmitteln führt zu einem Absterben des Erregers. Gleiches gilt für die Bekleidung des Betroffenen: Haben sich Schweiß oder Blut in den Fasern festgesetzt, kann bereits ein Spülgang in der Waschmaschine das Risiko einer Ansteckung beseitigen. Dennoch umgehen diese Maßnahmen nicht die Notwendigkeit, sich bei Eintritt der Symptome umgehend in ein Krankenhaus zu begeben. Ausschließlich dort können alle nun erforderlichen Schritte eingeleitet werden.

Ist eine Impfung gegen das Ebola Fieber sinnvoll?

Noch einen weiteren Vorteil besitzen viele westliche Nationen, zu denen auch Deutschland zählt. Die jahrelange Forschung hat nicht nur Medikamente gegen den akuten Krankheitsfall zutage gebracht, sondern ebenso die Entwicklung vorbeugender Impfstoffe ermöglicht. Diese liegen in einer hinreichenden Zahl vor – sollte wider Erwarten das Ebola Fieber hierzulande ausbrechen, kann im Rahmen eines Notfallplans binnen wenigen Tagen die Behandlung weiter Teile der Bevölkerung zugesichert werden. Doch derartige Pläne wären tatsächlich nur in akuten Situationen einschlägig, von denen bislang jedoch nicht auszugehen ist. Zudem zeigen die vorgenannten Beispiele in hygienischer und medizinischer Sicht, dass das Ebola Fieber in Deutschland keinen vergleichbar großen Spielraum der Entfaltung besitzt. Lassen sich auch einzelne Erkrankungen nicht ausschließen, so kann doch davon ausgegangen werden, dass eine Epidemie derzeit sehr unwahrscheinlich wäre. Es darf somit guten Gewissens unterstellt werden, dass die gegenwärtig in Afrika sichtbaren dramatischen Auswirkungen der Seuche in Deutschland erst einmal nicht vorstellbar sind.

Welche Besonderheiten besitzt das Ebola Fieber?

Allerdings sollte bei aller optimistischen Aussicht auch nicht vergessen werden, dass es sich um ein natürliches Virus handelt, welches sich im Laufe seiner Existenz verändern kann. Ein solcher Erreger, der bereits seit Jahrhunderten auftritt, passt sich über Generationen hinweg jenen Bedingungen an, denen er unterliegt. Erst damit ist es möglich, dass sich das Ebola Fieber überhaupt ausbreiten konnte und als eine der tödlichsten Krankheiten weltweit gilt. Dieser Umstand wiederum bedeutet, dass es nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der Erreger in vielen Jahren einmal an die Impfstoffe und Medikationen gewöhnt haben wird und aus sich heraus gegen diese eine Resistenz einwickelt. Die genannten Maßnahmen würden dann nicht mehr oder nur noch in deutlich schwächerer Intensität zur Behandlung beitragen. Doch auch für solche Schreckensszenarien liegen aktuell keine Hinweise vor. Der schlimmste annehmbare Ernstfall mag in den Planungen der Forscher eine bedeutsame Rolle spielen, ist von der Realität aber weit entfernt.

Das Ebola Fieber bedeutet keine unmittelbare Gefahr für Deutschland

Aus allen zuvor geschilderten Einzelpunkten ergibt sich das Fazit, dass gegenwärtig nicht von dem Ausbruch der Erkrankung hierzulande ausgegangen werden muss. Es wird zwar notwendig sein, die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen zu erhöhen und somit die aus Afrika und Asien kommenden Reisenden einer zumindest stichprobenartigen Befragung nach möglichen Symptomen zu unterziehen. Ebenso sind alle Ärzte angehalten, etwaige Verdachtsfälle umgehend an die Fachkliniken zu melden und die medizinische Versorgung der tatsächlich Erkrankten unverzüglich zu gewährleisten. Damit sollte es gelingen, das Ebola Fieber in Deutschland in sehr engen Grenzen zu halten und eine denkbare Seuche in jedem Falle zu verhindern. Der einzelne Bürger wiederum kann mit hygienischen Maßnahmen dazu beitragen, dass das Virus keine Möglichkeit der Entfaltung erhält und sich daher auch nicht dem neuen Lebensraum anpassen kann. Mit einer Gefahr ist daher weder heute noch auf absehbare Zukunft ernsthaft zu rechnen.

 

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