Marburg Fieber

Das Marburg Fieber gehört zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten (Quelle: Shutterstock © Gopixa)

Nach der rasanten Verbreitung des Ebola Virus ist in Afrika jetzt auch das eng verwandte Marburg Fieber ausgebrochen. In Uganda starb ein Radiologe im Alter von 30 Jahren an der oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheit, die innere Blutungen verursacht. Nachdem bei der in Uganda verstorbenen Person das Marburg Fieber nachgewiesen werden konnte, wurden etwa 80 Personen, die Kontakt zu dem Verstorbenen hatten, unter strenge Quarantäne gestellt. Auch der Rest der Bevölkerung wurde zur Vorsicht aufgerufen. Berührungen mit unbekannten Personen sollten möglichst vermieden werden.

Was ist das Marburg Fieber eigentlich?

Das Marburg Fieber ist eine seltene Infektionskrankheit, die jedoch hoch ansteckend ist. Sie gehört zu den Filoviren, derselben Gattung wie die Ebola Krankheit. Das Virus des Marburg Fiebers hat seinen Ursprung vermutlich in Zentralafrika. Von dort wurde es wahrscheinlich über Versuchstiere nach Marburg verschleppt, wo das Virus zum ersten Mal 1967 innerhalb eines pharmazeutischen Unternehmens auftrat und woher es auch seinen Namen hat. Später trat das Virus in Belgrad und in Frankfurt am Main auf, wobei insgesamt 31 Personen infiziert wurden. Davon starben sieben. Innerhalb der letzten Jahre traten Fälle des Fiebers in Uganda, Kenia und Angola auf.

 

Wie infiziert man sich mit dem Virus?

Wie viele andere Infektionskrankheiten auch wird das Marburg Fieber über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Urin, Blut oder Muttermilch übertragen. Als besonders gefährlich gilt auch die Beerdigung von Erkrankten oder mangelnde Sicherheitsmaßnahmen im Bereich der Gesundheitspflege. Die Gefahr der Übertragung von Tier zu Mensch entsteht meist durch Berührungen oder Verzehr erkrankter Fledermäuse, die sich in Höhlen oder Minen aufhalten. Die Inkubationszeit des Marburg Fiebers beträgt etwa zwei bis neun Tage. In extremen Fällen kann es aber auch erst nach 21 Tagen zu den ersten erkennbaren Symptomen kommen. Die ersten Symptome des Marburg Fiebers sind in der Regel Bauchschmerzen und Krämpfe, ein anhaltender wässriger Durchfall, Halsschmerzen und Husten sowie extreme Brust- und Lungenschmerzen. Diese Symptome ähneln sehr den anfänglichen Krankheitsbildern von Typhus, Malaria oder Gelbfieber, weswegen das Marburg Virus nur durch eine genaue Analyse und verschiedene Laboruntersuchungen definitiv nachgewiesen werden kann. Charakteristisch für das Marburg Fieber ist außerdem eine plötzlich extrem erhöhte Temperatur sowie starke Kopfschmerzen.

Die gefährliche Phase des Marburg Fiebers

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endet eine Infektion mit dem Marburg Fieber sehr oft tödlich. Das Expertenteam der Online Klinik 121doc beschreibt den Verlauf der Krankheit so: „Nach etwa fünf bis sieben Tagen kommt es zum Ausbruch eines hohen hämorrhagischen Fiebers, welches die Lungen und den Magen-Darm-Trakt angreift. Ein hämorrhagisches Fieber ist ein Fieber, das mit Blutungen (sog. Hämorrhagien) einhergeht. Dabei blutet eine infizierte Person aus allen Körperöffnungen sowie in den inneren Organen. In der Phase, in der diese Hämorrhagien auftreten, treten die meisten Todesfälle durch das Marburg Fieber auf.“ Im schlimmsten Fall wird durch das hohe Fieber auch das zentrale Nervensystem angegriffen. Folgen können Verwirrung, Aggression oder sogar Lähmungen sein. Bei einem besonders schweren Verlauf der Krankheit führen die Hämorrhagien nach acht bis neun Tagen zum Tod des Patienten. Das Marburg Fieber zählt daher zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten.

Wie kann man das Virus behandeln?

Es gibt noch kein spezifisches Medikament, das das Marburg Fieber gezielt behandeln kann. Lediglich die Symptome, die durch das Virus ausgelöst werden, können bekämpft werden. Daher muss auf unterstützende Arzneimittel wie Antibiotika, Antipyretika, Elektrolyte, Herzglycoside, Infusionen oder Behandlungen wie Dialysen zurückgegriffen werden. Mit einer rechtzeitigen und intensiven Betreuung liegen die Überlebenschancen eines Patienten so bei bis zu 75 Prozent. In 2005 und 2006 wurden neue Impfstoffe gegen das Virus an Tieren getestet. Diese erwiesen sich als wirksam, was bedeutet, dass dem Fieber vorgebeugt werden kann. Aktuelle Forschungen, bei denen erkrankten Affen ein neu entwickeltes Medikament verabreicht wurde, verliefen auch in verschiedenen Stadien der Krankheit zu 100 Prozent erfolgreich. Aufgrund der hohen Mortalitätsrate ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen ist es allerdings sowohl im Falle von Ebola als auch bezüglich des Marburg Fiebers von höchster Wichtigkeit, ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen. Der Kontakt zu erkrankten Personen muss vermieden werden, die Patienten müssen isoliert untergebracht und behandelt werden. Genutzte medizinische Materialien, wie Spritzen oder Infusionsnadeln stellen eine potenzielle Übertragungsgefahr dar. Auch Personen, die in Laboren mit dem Virus bzw. mit Blutproben erkrankter Patienten arbeiten, sind einer höheren Gefährdung ausgesetzt.

Marburg und Ebola

Sowohl das Marburg Fieber als auch Ebola sind in Afrika schon öfter ausgebrochen. In einer der schwersten Epidemien in Uganda zwischen Ende 2000 und Anfang 2001 starben alleine 224 Personen an dem Ebola Virus. 2004 überlebten nur 13 von 163 Patienten einen Ausbruch der Krankheit in Angola. Die Ausbreitung des Marburg Fiebers ist bisher noch nicht so schlimm verlaufen, wie das von Ebola, das schnell in einer Epidemie enden kann. Ob die neu entwickelten Wirkstoffe gegen das Marburg Fieber aufgrund der Verwandtschaft der Viren eventuell auch gegen Ebola eingesetzt werden können, ist bislang noch nicht geklärt, da noch keine aussagekräftigen Langzeitstudien vorliegen. Auch das bereits an drei Erkrankten getestete Medikament Zmapp wird kritisch beurteilt. Zum einen ist es nur in begrenzter Menge verfügbar, zum anderen ist der Heilerfolg bei zwei genesenen und einem verstorbenen Patienten nicht nachweisbar. Ein dritter potenzieller Impfstoff gegen Ebola befindet sich ebenfalls in der Entwicklungsphase.

Die aktuelle Situation in Afrika

In Sierra Leone beginnen die Infektionen mit Ebola immer weiter außer Kontrolle zu geraten. Alleine an einem Samstag starben dort 121 Personen an der Krankheit, während sich gleichzeitig 81 Personen neu infizierten. Das sind die höchsten Zahlen seit Ausbruch dieser Epidemie. Insgesamt sind in Uganda bereits 678 Menschen an dieser Ebola-Epidemie gestorben, wobei die Dunkelziffer wahrscheinlich noch viel höher liegt. Im gesamten Westafrika handelt es sich wahrscheinlich bereits um über 4.500 Tote, 10.000 Menschen haben sich mit Ebola infiziert. In Afrika ist man über diese sprunghaft steigenden Zahlen sehr beunruhigt. Jetzt ist im Kampf gegen Ebola auch noch das zweite tödliche Virus ausgebrochen. Das Gesundheitsministerium in Uganda versucht jetzt aufzurüsten und sich auch auf eine mögliche Epidemie des Marburg Fiebers vorzubereiten. Alle medizinischen Notfallteams, die Erfahrungen mit dem Marburg Fieber, Ebola oder ähnlichen Infektionserkrankungen haben, sollen reaktiviert werden. Der Präsident von Uganda, Yoweri Museveni ruft die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und mit den Gesundheitshelfern zu kooperieren.

 

Bildquelle: Shutterstock © Gopixa

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