Das hämorrhagische Fieber

Das härmorrhagische Fieber kann äußerst Gefährlich sein (Quelle: Bigstock-ID-21279029-by-Spectral-Design)

Unter dem Begriff Hämorrhagisches Fieber werden Fiebererkrankungen zusammengefasst, die infektiös sind und von Blutungen begleitet werden. In der Regel sind Infektionen mit bestimmten Viren die Ursache, so dass auch die Bezeichnung “virales hämorrhagisches Fieber” (VHF) geläufig ist.

Hämorrhagisches Fieber – ein Überblick

Die Viren, welche hämorrhagisches Fieber verursachen, finden sich überwiegend in Südamerika, Südostasien und Afrika. In Mitteleuropa und in Nordamerika sind tödlich verlaufende VHF-Infektionen sehr selten. Insgesamt sind fünf Familien von Viren bekannt, die hämorrhagisches Fieber verursachen:

  • Familie der Arenaviren
  • Familie der Bunyaviren
  • Familie der Filoviren
  • Familie der Flaviviren
  • Familie der Togaviren

Die Viren sind zum Teil untereinander verwandt und eine genaue Diagnostik ist allein anhand der auftretenden Symptome nicht möglich. Für einen Nachweis der Virusinfektion ist eine genaue virologische Diagnostik in einem Hochsicherheitslabor erforderlich. Bekannte hämorrhagische Fieber sind zum Beispiel das Dengue Fieber (Familie der Flaviviren) und Ebola (Familie der Filoviren). Letzteres erregt derzeit durch einen massiven Ausbruch in Westafrika mit hoher Sterblichkeit die weltweite Aufmerksamkeit.

Die Ursachen für hämorrhagisches Fieber

Die verursachenden Viren stammen ursprünglich von Tieren, die selbst meist keine oder nur leichte Symptome zeigen und den Erregern als Wirte für ihre Vermehrung dienen (so genannte Zoonose). Nagetiere, Affen, Insekten und auch Haustiere können Virusträger sein. Zu einer Übertragung auf den Menschen kommt es zum Beispiel durch Zecken oder Mücken, aber auch durch den Verzehr infizierter Tiere. Ein Kontakt mit Kot oder Urin befallener Tiere kann ebenfalls zu einer Ansteckung führen. Einige Formen von hämorrhagischem Fieber sind auch von Mensch zu Mensch übertragbar, zum Beispiel durch Urin, Stuhl, Schweiß, Sekret, Erbrochenes oder Blut. Auch Tröpfcheninfektionen durch Husten oder Niesen kommen bei bestimmten Formen von VHF-Infektionen vor. Generell steigt die Ansteckungsgefahr mit der Zahl der Viren, die ein Organismus in seinem Blut hat (so genannte Viruslast). Bei schweren Verläufen mit Blutungen besteht die größte Gefahr einer Ansteckung, da bei derartigen Symptomen die höchste Infektiosität der Patienten besteht.

Symptome und Krankheitsverlauf bei hämorrhagischem Fieber

Folgende typische Symptome treten bei einer VHF-Infektion auf:

  • Hohes Fieber (>38,5 Grad)
  • Störung der Leber- und Nierenfunktion
  • Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe)
  • Innere Blutungen
  • Blutungen ins Gewebe mit blauen Flecken
  • Krämpfe
  • Lähmungserscheinungen
  • Kreislaufzusammenbruch
  • Schockzustände

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt je nach Art des hämorrhagischem Fiebers zwischen zwei Tagen und drei Wochen. Eine starke Neigung zu Blutungen und zerebralen Symptomen wie Krämpfe oder Lähmungen gehen im Allgemeinen mit einer schlechteren Prognose einher. Generell ist die Mehrzahl der hämorrhagischen Fieber gefährlich bis lebensbedrohlich.

Möglichkeiten der Behandlung von Hämorrhagischem Fieber

Gegen hämorrhagisches Fieber existiert bisher keine erfolgreiche medikamentöse Behandlung. Virostatika (spezielle Medikamente gegen Viren) zeigen bei einigen Formen Erfolge, gegen das Gelbfieber (Familie der Flaviviren) gibt es eine Impfung. Derzeit werden aufgrund der akuten Epidemie vor allem Impfstoffe gegen Ebola getestet.
Die Behandlung der Erkrankten erfolgt ansonsten symptomatisch mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten sowie der Gabe von Flüssigkeit. Auch eine Therapie mit Gerinnungsfaktoren wird in manchen Fällen durchgeführt, um die Blutungsneigung zu senken.

Hämorrhagisches Fieber – ein Blick in die Zukunft

Experten gehen davon aus, dass bei einer zunehmenden Erschließung von abgelegenen und unzugänglichen Regionen der Erde auch noch weitere hämorrhagische Fieber entdeckt werden. Durch die weltweite Mobilität besteht weiterhin die Gefahr, dass infizierte Personen die Erkrankung geographisch verbreiten. Dies kann auch bei der derzeit bestehenden Ebola-Epidemie beobachtet werden, bei der Fälle von Ebola auch außerhalb der betroffenen Gebiete auf anderen Kontinenten aufgetreten sind. Bei den Erkrankten handelt es sich entweder um aus den Ebola-Regionen ausgereiste Personen oder um medizinisches Personal. Eine besondere Gefährdung durch hämorrhagisches Fieber besteht zudem in Gebieten mit mangelhafter Gesundheitsversorgung und geringer Aufklärung der Bevölkerung. In Deutschland sind jegliche Fälle von hämorrhagischem Fieber meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz und Erkrankte müssen zwingend isoliert werden.

Hämorrhagisches Fieber – Beispiele

Das Dengue-Fieber ist weit verbreitet und kommt in den tropischen und subtropischen Regionen von Zentralamerika und Südamerika ebenso vor wie in Südostasien und Afrika. Es gibt vier verschiedene Typen des Virus, welches zur Familie der Flaviviren gehört und durch tagaktive Stechmücken übertragen wird. Dengue wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erkrankung tritt nach einer Inkubationszeit zwischen drei und 14 Tagen in drei unterschiedlichen Formen auf. Am häufigsten ist Dengue als eine Erkrankung mit akutem Fieber, welches plötzlich ausbricht. Hinzu kommen allgemeine Symptome, zum Teil auch ein fleckiger Ausschlag auf der Haut. Typisch sind starke Schmerzen in den Muskeln, weshalb Dengue auch als “Knochenbrecherfieber/breakbone fever” bezeichnet wird. Das hämorrhagische Dengue beginnt ebenfalls mit akutem Fieber, im Verlauf kommt es dann aber zu vermehrten Blutungen. Das Dengue Schock-Syndrom tritt nur selten auf und entsteht durch einen lebensgefährlichen Blutdruckabfall aufgrund von Flüssigkeitsverlust. Eine sofortige medizinische Behandlung ist nötig, da sonst eine Sterblichkeitsrate von 50% vorliegt. Wird rechtzeitig eine adäquate Behandlung eingeleitet, sinkt die Letalität (Sterblichkeit) auf weniger als ein Prozent.
Das Ebola-Fieber trat in den 1970er Jahren zum ersten Mal als Epidemie in Zaire und im Sudan auf. Das Virus aus der Familie der Filoviren stammt aus den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas. Es existiert ein südostasiatischer Subtyp. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tagen, das Virus wird durch Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erkrankung beginnt zunächst mit grippeähnlichen Symptomen, dann kommt es zu einem hämorrhagischen Verlauf mit Haut- und Schleimhautblutungen sowie hohem Fieber. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen treten ebenfalls auf. Im Verlauf ist der gesamte Organismus betroffen, und es kommt zu einer Zerstörung der kapillaren Blutgefäße. Die Sterblichkeit liegt bei bis zu 90%. Meist führen Blutungen im Magen-Darm Bereich, der Lunge oder der Milz nach einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen zum Tod. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch, eine Impfung existiert bisher nicht.

 

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