Wenn der Hund leidet – Fieber bei Hunden

Fieber bei Hunden ist meistens harmlos, genau wie bei Menschen

Sicher wissen Sie, dass Hunde eine höhere Körpertemperatur als Menschen haben. Die Körpertemperatur des Hundes liegt normalerweise zwischen 38 und 39 °C. Steigt die Körpertemperatur auf einen Wert zwischen 39 und 40 °C, spricht man von erhöhter Temperatur. Von Fieber bei Hunden spricht man ab 40 °C. Steigt die Temperatur auf 42 °C oder mehr, kann dies für den Hund lebensgefährlich werden.

Fieber bei Hunden – wie merkt man das?

 

  • Ist Ihr Hund schlapp und schläft ungewöhnlich viel?
  • Leidet er unter Appetitlosigkeit oder hat Verdauungsprobleme?
  • Ist seine Nase warm und trocken?
  • Sind die Ohren ungewöhnlich warm?
  • Sind die weniger behaarten Körperteile, wie z. B. der Unterbauch oder die        Innenseiten der Schenkel, wärmer als normal?
  • Hechelt der Hund ohne erkennbaren Grund heftig?
  • Hat der Hund Schüttelfrost?
  • Ist das Fell des Hundes gesträubt?

Das können Anzeichen von Fieber bei Hunden sein. Hierbei müssen nicht alle Anzeichen gleichzeitig vorhanden sein. Klarheit verschaffen Sie sich durch eine Fiebermessung. Dies geschieht mit einem Fieberthermometer im Anus des Hundes. Das machen Sie am besten zu zweit – einer platziert sich am Kopf des Hundes, beruhigt ihn und lenkt ihn ab, der andere befindet sich hinter dem Hund und misst Fieber. Die meisten Hunde lassen sich dies problemlos gefallen.

 

Was können Sie tun, wenn der Hund eine erhöhte Temperatur oder Fieber hat?

Bei erhöhter Temperatur oder geringem Fieber am ersten Tag können Sie dem Hund selber Linderung verschaffen. Dazu brauchen Sie ein Handtuch und eine Schüssel mit handwarmem – auf keinen Fall eiskaltem – Wasser. Sorgen Sie dafür, dass der Hund sich auf den Rücken legt. Tauchen Sie das Handtuch in das Wasser und drücken es anschließend so weit aus, dass es gut feucht ist. Legen Sie dieses feuchte Tuch auf den Unterbauch und die Innenseiten der Schenkel des Hundes. Bleiben Sie bei Ihrem Hund, streicheln und beruhigen Sie ihn und sorgen Sie dafür, dass das Handtuch eine Weile liegen bleibt. Nach einiger Zeit sollte es erneut angefeuchtet werden. Haben Sie in Ihrer Wohnung, z. B. im Badezimmer oder in der Küche, kühle Fliesen? Dann locken Sie den Hund da hin, wenn er sich nicht von selber dorthin legt. Fieber ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es hilft dem Körper, mit Entzündungen und Infektionen fertig zu werden. Gleichzeitig kann es aber den Hund auch schwächen. Hat der Hund höheres Fieber oder hält das leichte Fieber schon mehrere Tage an, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Fieber geht mit vielen Hundekrankheiten einher. Die genaue Ursache kann nur der Tierarzt feststellen.

 

Was bedeutet Fieber bei Hunden?

Eine erhöhte Temperatur muss nicht unbedingt auf eine Krankheit hinweisen. Hat Ihr Hund gerade eine größere körperliche Anstrengung hinter sich, z. B. das ausgedehnte Toben mit seinen Hunde-Freunden, ist seine Körpertemperatur erhöht. Sie sinkt dann aber relativ schnell wieder auf Normalwerte. Das ist vollkommen normal und schadet dem Hund nicht. Auch kleinere Unpässlichkeiten können zu einer erhöhten Temperatur führen. Solange nicht andere Symptome, wie Futterverweigerung, Schlappheit oder Schüttelfrost hinzukommen, ist dies meist harmlos und muss nicht weiter behandelt werden.

Fieber bei Hunden kann aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Zum Beispiel gehen Erkrankungen, die durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden, oft mit Fieber bei Hunden einher. Solche Krankheiten sind unter anderem:

 

  • Borreliose – das ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie kann zu geschwollenen Lymphknoten und Lähmungserscheinungen führen. Der Tierarzt behandelt sie mit Antibiotikum. diese Krankheit tritt meist im Sommer auf, da sich Hunde in dieser Zeit am ehesten Zecken einfangen.
  • Zwingerhusten – eine infektiöse, sehr ansteckende Bronchitis.
  • Leptospirose – eine durch Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit, gegen die der Hund geimpft werden kann. Diese Krankheit kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt.
  • Leishmaniose – durch bestimmte Mückenarten verbreitete Krankheit, die hauptsächlich in wärmeren Ländern vorkommt. Sie kann aber durch Urlaub mit dem Hund in südlichen Ländern oder durch aus dem Tierschutz stammende Hunde aus diesen Gegenden auch in Deutschland auftreten. Auch diese Krankheit kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden.
  • Staupe – eine Viruserkrankung, die in Deutschland selten geworden ist, da die meisten Hunde dagegen geimpft sind.

Fieber bei Hunden kann aber auch durch Krankheiten des Immunsystems, wie Rheuma oder Polyarthritis, hervorgerufen werden. Eine weitere Ursache können Entzündungen im Körper des Hundes sein. Bei Weibchen kommen häufiger Gebärmutter-Vereiterungen oder Gesäuge-Entzündungen vor. Bei den Rüden können dagegen Prostata-Entzündungen zu Fieber führen. Auch Abszesse oder eine Hirnhaut-Entzündung gehen mit Fieber einher. Ebenso kann Fieber bei Hunden als eine Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Wenn Sie diesen Verdacht hegen, sollten Sie das mit dem Tierarzt abklären. Auch Knochenmarkerkrankungen oder Tumore führen zu Fieber.

 

Fazit

Fieber bei Hunden kann sehr viele, höchst unterschiedliche Ursachen haben. Manche sind eher harmlos und leicht zu beheben, z. B. durch den Wechsel des Medikaments. Andere gehen mit ernsthaften Erkrankungen einher. Daher sollte Sie bei höherem oder länger anhaltendem Fieber auf jeden Fall einen Tierarzt zu Rate ziehen. Die meisten Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen, sind gut behandelbar, zumindest solange sie rechtzeitig entdeckt werden. Gegen einige können Sie Ihren Hund auch durch regelmäßige Impfungen schützen.

 

Bildquelle: Javier Brosch/Bigstock.com

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